Malte Krückemeier steht für Kreativität. Sein Blog, seine Rezepte und seine Art zu Kochen sind herrlich „anders“. Das hat auch Tim Mälzer sehr schnell begriffen, nachdem er den sympathischen Kölner 2014 in sein Team bei „The Taste“ gewählt hatte. Für uns vom Rezeptebuch war klar: den Typ wollen wir näher kennenzulernen. Was ihn antreibt, woher er seine Ideen nimmt und wie IRRE es wirklich bei ihm in der Küche zugeht, haben wir ihn im Dezember 2016 gefragt.

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Lieber Malte, im Mai 2015 hast du angefangen deine Rezepte im Internet zu teilen, was hat dich damals dazu veranlasst, deinen Food Blog  IREE KOCHEN zu starten?

Ich brauchte ein anständiges Hobby. Damals war ich es nämlich leid, die Nachmittage und Abende vor der Glotze bei schlechtem TV-Programm zu verbringen.
Nein, jetzt mal Spaß bei Seite. Vor 1 ½ Jahren habe ich meinen SupperClub ins Leben gerufen. Um davon einen etwas umfangreicheren Eindruck zu vermitteln (Was ist die Idee dahinter? Was gibt es zu essen?), brauchte ich ein angemessenes Aushängeschild. Kurz hin und her überlegt. Und recht schnell kam ich zu dem Entschluss: Ich brauch einen Blog. Das ist das passende Medium für die moderne multimediale Zeit. Nun sammle ich dort meine Rezepte und zeige Woche für Woche die Speisen, die es bei meinem SupperClub auf den Tisch schaffen.

Wenn man sich auf deinen Seiten umsieht, entdeckt man viele, großartige Grafiken - wer macht die?

Zum Glück habe ich viele grafisch veranlagte Freunde, die mir zu Beginn meines Blogs tatkräftig unter die Arme gegriffen haben. Allem voran ist da Johannes Baptista Ludwig von bureau-l.com zu nennen, der mein Logo und die ersten Grafiken gestaltet hat. Ihm folgten Lutz Kaulmann und Lars Keller von www.larsbutnotleast.com.
Mittlerweile kann ich aber mit Stolz behaupten, die meisten Grafiken auf meiner Seite stammen sogar aus meiner eigenen Feder. Ich (im wahren Leben als böser Kunstlehrer unterwegs) habe mein zeichnerisches Talent vor IRRE KOCHEN viel zu selten genutzt. Heute schlage ich mit Freude zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wie beschreibst du Menschen, die deinen Blog noch nicht kennen, was du machst?

Meinen Blog kann man auf den ersten Blick mit einem Bilderbuch verwechseln. Grafiken, die meine Gerichte repräsentieren wechseln sich mit Food-Fotos ab. Dieser Look ist bewusst gewählt, da ich mich von den anderen Food Blogs ein wenig abheben möchte.

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Ich habe großen Respekt vor den tollen Arbeiten meiner Kolleginnen und Kollegen. Besonders begeistert bin ich häufig von den wirklich schön inszenierten, stimmungsvollen Fotos. Jedoch muss ich auch ein wenig Kritik üben: Durch einzelne Vorbilder in der Blogger-Szene, denen an allen Ecken und Enden nachgeeifert wird, ergibt sich optisch immer mehr ein Einheitsbrei an Food Blogs.

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Ich bin anders – und das ist auch gut so. Genau das möchte ich auch auf meinem Blog sichtbar werden lassen. Die Grafiken sind aber nur ein Teil des Ganzen. Auch schreibe ich vermutlich anders als andere. Witz, Haltung, ein wenig Schlüpfrigkeit und eine individuelle Sichtweise auf unterschiedlichste Dinge, die nicht zwingend zum Kochthema passen muss, gehören für mich und meine Einträge einfach dazu. Das gefällt nicht jeder oder jedem. Aber mir! Ich bin halt so und möchte mich nicht verstellen.

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2014 hast du erfolgreich an der zweiten Staffel von The Taste teilgenommen und es bis ins Finale geschafft. Hat die Sendung dein Leben verändert oder in andere Bahnen gelenkt?

The Taste war eine tolle Zeit. Jedoch hat sich dadurch mein Leben nicht wirklich verändert. Das einzig Gute war, dass ich mit dem kleinen Bekanntheitsgrad aus der Sendung den SupperClub gut und sicher an den Start bringen konnte. Die Idee hatte ich schon lange im Kopf. Nun kam der nötige Rückenwind dazu.

Du konntest bei The Taste mit vielen, tollen Profiköchen arbeiten – wer hat dich besonders beeindruckt und warum?

Ganz klar: Tim Mälzer. Ich hatte das Glück, in seinem Team kochen zu dürfen. Im Vorfeld wollte ich gar nicht zu ihm. Hätte ich frei entscheiden können, wären Lea Linster oder Frank Rosin meine erste Wahl gewesen. Jedoch hatten diese zum Zeitpunkt meines Castings schon die Teams voll. Heute sage ich: Was für ein Glück! Denn ich habe mit Tim einen wirklichen Glücksgriff gelandet – und Tim natürlich auch mit mir. Sehr schnell hat sich nämlich herausgestellt, dass unsere Geschmäcker sehr ähnlich sind. Dadurch konnten wir uns die kulinarischen Bälle ziemlich gut zuspielen und wussten direkt, wovon der andere redet. Gepaart wurde das Ganze dann noch mit Tims professioneller Erfahrung, seiner ehrgeizigen Einstellung für den Wettbewerb, tollen Ideen und einen grandiosen Geschmackssinn. Ich konnte durchweg von seiner Art und seinem Können profitieren –  eine coole Erfahrung, die Eindruck hinterlassen hat!

In deiner Freizeit veranstaltest du Supperclubs – wie läuft so ein Abend bei dir ab?

Ein SupperClub Abend beginnt um 19 Uhr mit einem leckeren Aperitif und endet gegen 1 Uhr in der Nacht. Das sind die zeitlichen Eckpfeiler. Zwischendurch koche ich „ein wenig“ und mein Freund kümmert sich um das Wohlergehen der Gäste mit herzlicher Zuwendung und ein wenig (oder ein wenig mehr)Alkohol. Zwar habe ich an solch einem Abend keine Zeit zum Mitessen, dennoch ist durch unsere offene Wohnsituation ein ständiger Austausch und ein Miteinander gegeben. Jeder Gast kann, wenn er möchte, an den Küchentresen treten, sich einbringen, helfen, zuschauen, quatschen...  Man kann es sich so ähnlich vorstellen wie ein Kochabend mit Freunden – jedoch ohne Arbeit und Unannehmlichkeiten für die Gäste.

Wie stellst du dein Menü für solch einen Abend zusammen?

Meine SupperClub Menüs richtet sich nach zwei einfachen Dingen: Was gibt der Markt aktuell her und worauf habe ich Bock? Simpel und effektiv.
Das ganze wird dann in meine klassische Menüabfolge gepresst

  • Gruß aus der Küche
  • Vorspeise
  • Suppe
  • 1. Hauptgang
  • Sorbet
  • 2. Hauptgang
  • Dessert
  • Pralinen

und fertig ist der Abend.

Hast du Tipps für unsere Leser, was das Kochen für viele Gäste betrifft?

Planung, Planung und noch mal Planung. Das ist mein Fundament.
Für mich gilt: Ich will auf alle Fälle die Schnippelarbeiten und so viele vorbereitende Schritte wie möglich schon im Vorfeld erledigt haben, damit ich beim eigentlichen Kochen davon nicht aufgehalten werden. To Do-Listen mit Prioritätssetzung sind deshalb meine treuen Begleiter.
Am SupperClub Abend selbst sind dann Freude und ein gewisses Maß an Spannung ganz wichtig, um ein gutes Ergebnis auf den Teller zu bekommen. Und natürlich muss eins sein: Teller vorwärmen! Ohne geht’s nicht.

Wodurch lässt du dich zu neuen Köstlichkeiten inspirieren?

Inspiration zum Kochen finde ich in soooooo vielen Dingen. Beim Einkaufen, beim Reisen, beim Klicken durch das Internet (ich habe viel zu viele Kochblogs abonniert – das nur nebenbei), im Fernsehen, in guten Kochbüchern und Kochzeitschriften, beim Essengehen. Überall schnappe ich Ideen und Anregungen auf, die ich meist in einem kleinen Merkheft verewige und bei Zeiten wieder darauf zurückgreife.
Eine letzte aber extrem wichtige Inspirationsquelle möchte ich nicht vorenthalten: Es ist meine persönliche Erfahrung und die damit verbundenen Emotionen. Was sich vielleicht auf den ersten Blick ein wenig abgehoben anhört, lässt sich leicht erklären. Zurückliegende Ereignisse kann ich häufig mit einem speziellen Geschmack verbinden: Weihnachten als Kind, der Sonntagsbraten, Fisch bei Oma, Mamas Käsekuchen, Familienfeste, etc. Wenn ich es schaffe, durch ein Essen die Erinnerungen und das verbundene Gefühl wiederzubeleben, dann trifft mich dies direkt ins Herz – und am schönsten ist es, wenn ich all das mit Gästen teilen kann.

Welches deiner Rezepte kochst du am liebsten für Freunde, für deine Familie und für dich ganz alleine?

Grundsätzlich steht bei allen Rezepten erst einmal der Geschmack im Mittelpunkt, egal ob ich für Freunde, Familie oder mich selbst koche.
Kochen ist mein allerliebstes Lieblingshobby. Das hat man vielleicht schon mitbekommen? Daher richten sich die Rezepte gar nicht so sehr nach den Gästen sondern vielmehr nach der Zeit, die mir zum Vorbereiten und Kochen zur Verfügung steht. Wenn es schnell gehen soll, haue ich was einfaches (z.B. Spaghetti Carbonara) raus. Habe ich mehr Zeit und plane einen gemütlichen Abend dann gibt es halt ein 3- oder 4-gängiges Menü. Übrigens, spezielle Rezept-Empfehlungen kann ich nicht wirklich geben, denn Wiederholungen sind nicht so mein Ding. Viel lieber wage ich mich immer wieder an neue Dinge und Produkte.
Einzig für mich allein sieht's meist anders aus. Da gibt es in der Regel nur einen schnöden Salat. Lässt sich leicht erklären: Die Schattenseite des Foodbloggens ist, dass ich viel zu viel esse. Um nicht völlig zu verfetten, muss ich es bei Zeiten mit gesundem Essen kompensiert.

Gibt es feste Grundsätze wenn du kochst? Was ist dir wichtig?

Meine Grundsätze beim Kochen sind ganz simpel: Hochwertige Produkte. Wenn möglich versuche ich lokal und saisonal einzukaufen. Fleisch und Fisch aus artgerechter Haltung sind wünschenswert und auch das Bio-Siegel kann nicht schaden. Mir ist aber auch bewusst, dass bei meinem Geschmack und den vielen wirren Ideen das nicht immer umsetzbar ist.
Beim Kochen selbst ist mir eine gute Planung sehr wichtig, aber auch der Respekt vor den Lebensmitteln bei der Weiterverarbeitung, und ja, Sauberkeit am Arbeitsplatz. Sonst find ich es ekelig.

Verbindest du Ziele oder Wünsche für die Zukunft mit deinem Blog?

Mein großer Wunsch ist, dass der Blog zu einem steten und treuen Lebensbegleiter wird. Ein medialer Freund. Nicht mehr und nicht weniger.

IRRE KOCHEN findet ihr hier:

Blog: https://irre-kochen.de/
Facebook: https://www.facebook.com/Irre-Kochen-Malte-Krückemeier-298528793682643
Instagram: https://www.instagram.com/irrekochen/
Pinterest: https://de.pinterest.com/irrekochen/irre-kochen/
Rezeptebuch: http://www.rezeptebuch.com/user/4030


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