Liebe Mara, du hast mit 20 angefangen zu bloggen, was hat dich damals dazu veranlasst, einen Foodblog zu starten?

Irgendwie habe ich gemerkt, dass ich nicht so viel Ahnung vom Kochen und Backen habe. Das wollte ich ändern. Deshalb habe ich immer häufiger in der Küche gestanden und neue Rezepte gesucht – insbesondere auch auf Foodblogs. Hin und wieder habe ich meine Ergebnisse mit dem Handy fotografiert und auf Facebook geteilt bzw. Freunden gezeigt. Zwei Freunde fragten mich, wieso ich denn noch keinen Foodblog hätte. Das war dann der letzte Anstoß. Kurz später entstand Maras Wunderland.

maras-wunderland-3

Du bist nun seit 5 Jahren dabei, wie hat sich die Welt der Foodblogs seither verändert?

Ich dachte ja damals schon, es gibt so viele Foodblogs, wieso braucht die Welt noch meinen? Und dass dieser „Hype“, der es damals schon für mich war, sicherlich bald wieder abflacht. Das war mir aber im Grunde auch egal, weil für mich mein Wunderland einfach mein Hobby war und mir unglaublich Spaß machte. Heute gibt es jedoch noch viel mehr Foodblogs und ich habe auch nicht das Gefühl, dass es irgendwie weniger wird. Auch nimmt die „Spezialisierung“ zu: Backblogs, Kochblogs, vegetarische Blogs, vegane Blogs, Blogs für bestimmte Allergien und so weiter. Zudem wird sich viel mehr vernetzt. Es gibt heute mehr Events und Workshops, die Blogger zusammenbringen. Zumindest nehme ich das so war und finde es auch sehr positiv. Und ich glaube auch für Firmen und Unternehmen nimmt die Zusammenarbeit mit Bloggern eine immer wichtigere Rolle ein.

Inwiefern hat sich dein Blog verändert?

Oh, da ist schon ein bisschen was passiert. Anfangs war mein Wunderland mehr herzhaft ausgerichtet. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch, zumindest zu Beginn, noch Fleisch gegessen. Ziemlich schnell habe ich mich dann jedoch immer mehr Richtung süß bewegt. Kuchen hat einfach viel mehr Geduld. Der wird nicht kalt. ’Ne olle Pasta schon. Und auch so liebe ich einfach das Backen mehr als das Kochen. Heute gibt es daher kaum noch herzhafte Rezepte - wenn doch sind sie gebacken, wie z.B. ein Snack zu Silvester oder ein leckeres Brot.

Seit Anfang 2016 lege ich zudem großen Wert auf gesunde Zutaten. Ich versuche jeden Kuchen oder jedes Gebäck etwas gesünder zu gestalten. Sei es durch Vollkornmehl, ein gutes Öl oder den Verzicht auf raffinierten Zucker. Für mich selbst ist gesunde Ernährung schon immer wichtig und da ich mich durch meinen Blog in gewisser Weise selbst ausdrücke, soll er das auch wiederspiegeln. Ab und zu darf es trotzdem noch ein klassischer Kuchen sein.

Wie beschreibst du Menschen, die deinen Blog noch nicht kennen, was du machst?

Ganz kurz und ohne Emotionen: „Ich backe, mache Bilder, schreib etwas darüber und stelle es ins Internet.“ Wenn ich ein bisschen weiter aushole, oder noch weitere Fragen kommen, rede ich gerne mal eine Stunde ohne Punkt und Komma über mein Lieblingsthema. Mein Wunderland ist meine absolute Leidenschaft und ein Hobby, in dem ich voll aufgehen kann.

Du hast vor kurzem völlig verdient den zweiten Platz in der Kategorie Bester Back Blog beim Food Blog Award gewonnen. Wie hat sich das für dich angefühlt?

Schon ’ne krasse Sache. Dass ich überhaupt bei so vielen Teilnehmern unter den Top 3 war, war für mich schon unglaublich. Nach dem Anruf saß ich erst mal auf dem Wohnzimmerboden und war sprachlos. Über den zweiten Platz habe ich mich riesig gefreut. Es waren tolle Tage in Berlin, die mir immer in Erinnerung bleiben werden. Und auf meiner Anrichte zu Hause steht jetzt ein kleiner Award, der mich regelmäßig zum Lächeln bringt.

Deine Bilder erkennt man immer auf Anhieb. Wie lange hat es gedauert, bis du deinen eigenen Stil gefunden hast?

Mir wird häufiger gesagt, dass man meine Bilder schnell erkennen kann. Ich selbst kann das gar nicht richtig beurteilen, aber ich finde es gut. Ich habe nie bewusst irgendeinen Stil aufgebaut. Ich habe keine Fotografiekurse belegt oder ähnliches gelernt. Das war eher ein Herumprobieren – und ist es auch heute noch. Ich teste gerne hin und wieder etwas neues, um mich weiterzuentwickeln. Das klappt natürlich nicht immer. Manchmal finde ich meine Bilder grässlich. Aber so bin ich glaube ich immer mehr zu meinem Stil gekommen.

maras-wunderland-1 maras-wunderland-2

Wodurch lässt du dich zu neue Köstlichkeiten inspirieren?

Dafür gibt es viele Inspirationsquellen. Früher waren es stärker Zeitschriften, heute ist es eindeutig Pinterest. Ich liebe Pinterest. Wenn ich eine bestimmte Idee habe, schaue ich dort und lasse mich inspirieren. Durch die Bilder entstehen unterschiedliche Ideen in meinem Kopf, ich fange automatisch an zu kombinieren und kreiere gedanklich den nächsten Kuchen oder das nächste Gebäck. Natürlich blättere ich aber auch immer noch gerne in Zeitschriften. Auf anderen Foodblogs schaue ich auch gerne vorbei. Gerade wenn dort schon einmal etwas ausprobiert wurde, mit dem ich mich noch nicht so gut auskenne. Die Tipps können sehr hilfreich sein. Ganz besonders mag ich noch die Rezepte von meiner Mutter und meiner Oma. Da weiß man, das schmeckt! Ich backe auch unglaublich gerne mit ihnen zusammen.

Welches deiner Rezepte backst du am liebsten…

…für Freunde?
Nussecken

…für deine Familie?
Kirsch-Streusekuchen (aber eigentlich bekommen die alles, was in meiner Küche entsteht. Meine Lieblingstester)

…für dich ganz alleine zum Naschen?
irgendwas mit wenig Zucker und nicht so viel Kalorien

Wie können wir uns eine Backsession im Wunderland vorstellen? Durchgeplant und strukturiert oder eher spontan und chaotisch?

Durchgeplant und strukturiert. Zumindest der Teil vor dem eigentlichen Backen. Ich habe wenig Zeit, da mein Wunderland immer noch „nur“ mein Hobby ist. Unter der Woche kann ich deshalb nur Blogbeiträge vorbereiten, aber nicht backen. Da überlege ich mir, was ich am Wochenende backen möchte. Die Zutaten sind deshalb immer da, das Rezept steht. Freitag nach der Arbeit fange ich meistens an. Zutaten rausholen und alles abwiegen – erst dann wird geknetet, gerührt und gemischt. Wenn dieses Gerühre dann aber los geht, wird eher ein Chaos daraus. Dann fehlt doch noch irgendetwas, wird aus dem Regal gezerrt, überall stehen Schüsseln rum, Löffel und Messer liegen verstreut, der Teig klebt am Fenster und so weiter. Was liebe ich es, die Küche danach wieder aufzuräumen! Nicht.

Deine Rezepte zeichnen sich dadurch aus, dass du versuchst möglichst „gesund“ zu backen. Was empfindest du als Schwierigkeit dabei? Gibt es ein Produkt, das du ungern austauschst?

Gesund backen ist etwas, das man sich erst mal aneignen muss. Wir sind es eben gewohnt mit Butter, raffiniertem Zucker und Weißmehl zu backen. Aber es geht auch anders und es schmeckt so gut! Die „Ersatzprodukt“ verhalten sich leider nur hin und wieder etwas anders. Da muss man viel herum probieren und experimentieren. Da kann auch mal etwas schief gehen und landet im Mülleimer. Das ist super ärgerlich und ich mache es sehr ungern, aber nur so lerne ich auch dazu. Am schwierigsten zu ersetzen sind für mich Eier. Klar, ein Ei im Rührteig oder im Mürbeteig kann man ruhig auch weglassen oder durch gequollene Leinsamen ersetzen, aber bestimmte Teige leben von Eiern – beispielsweise Biskuitteig. Hier bleiben die Eier dann auch drin – ein anderes Mehl und eine Zuckeralternative kann man trotzdem nehmen.

Verbindest du Ziele oder Wünsche für die Zukunft mit deinem Blog?

Mich freut es, wenn mein Wunderland so weiterläuft und mit mir wächst wie bisher. Es ist für mich das Medium, durch das ich mich selbst verwirklichen kann. Wünschen würde ich mir noch, dass ich in Zukunft etwas mehr Zeit für mein Blog hätte. Denn aktuell wird es teilweise doch echt stressig alles unter einen Hut zu bekommen.

Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast, liebe Mara. Wir wünschen dir weiterhin viel Freude und Erfolg mit deinem Wunderland.

Maras Wunderland findet ihr hier:

Blog: www.maraswunderland.de
Facebook: facebook.com/MarasWunderland
Instagram: instagram.com/maraswunderland
Twitter: twitter.com/MarasWunderland
Pinterest: pinterest.com/maraswunderland
Bloglovin: bloglovin.com/blogs/maras-wunderland-3839138
Rezeptebuch: rezeptebuch.com/user/967


Empfehlen
comments powered by Disqus